Rasseinfo & Geschichte
Die Rasse
Sie werden viel über den Australian Shepherd gelesen haben oder lesen. Ich versuche hier einmal eine ehrliche Rassebeschreibung aus meiner Sicht, sowohl als langjährige Züchterin und auch als Hundetrainerin.
Der Australian Shepherd, kurz Aussie, ist ein Hütehund, also ein intelligenter ARBEITER.
Dies ist er auch heute noch, egal ob Show- oder Arbeitslinie. In beiden Linien findet man sowohl ausgeprägte Arbeiter mit viel Hütepotenzial, als auch Couchpotatoes.
Sie werden lesen, der Australian Shepherd :
- Jagt nicht
- Ist ein geeigneter Familienhund
- Ist Kinderfreundlich
- Hat keinerlei Aggressivität – Wach- und oder Schutztrieb
- Wäre leicht erziehbar
Natürlich stimmt dies so nicht und entspricht bei weitem keinesfalls den Tatsachen.
Jeder Hund muß erzogen werden, auch ein Australian Shepherd. Sonst läuft einem das Ruder schneller aus der Hand, als einem lieb ist.
Eine in Deutschland sehr bekannte Hundetrainerin sagte einmal:
„Iris, Du züchtest eine tolle Rasse. Vorteil: Die Aussies sind
so verdammt schnell und lernen auch so.
Nachteil: Sie sind so verdammt schnell, also auch mit allem
Negativen !“
Nicht selten finde ich, meine Hunde drücken morgens auf „RESET“ ………… jeder Tag eine neue Herausforderung, nie langweilig, oft anstrengend.
Der Australian Shepherd ist zur Zeit ein Modehund – leider. Viele springen auf diesen Zug auf und so wird er mehr produziert als mit Verstand und Überlegung gezüchtet. Optisch überaus ansprechend, sehr unterschiedlich im Exterieur und im Temperament.
Jagen:
Vielleicht sollte man über Hüte- und Jagdtrieb einmal ein wenig lesen. Beides liegt eng beieinander, unterscheidet sich in der Schlußsequenz, dem Töten der Beute. Der Hütehund versucht in der Regel zu Greifen oder festzuhalten, der Jagdhund würde eher töten. Mit der entsprechenden guten Basis und Grunderziehung ist aus meiner Sicht ein Aussie aber gut lenkbar. Trotzdem kenne ich jede Menge nicht mehr in Kontrolle stehende Aussies……………….
Familienhund:
Der Aussie bindet sich eng an seine Familie und möchte am liebsten überall dabei sein.
Als intelligenter ARBEITER braucht der Aussie auch anspruchsvolle geistige Beschäftigung. Über Bewegung und Auslauf ist dieser intelligente Hund nicht auszulasten, Probleme dann vorprogrammiert. Man braucht keine Schafherde für ihn, denn Hüten ist eine anspruchsvolle Arbeit. Der Markt bietet in dieser Hinsicht ein reichliches Angebot um einen Hund zu beschäftigen. Nichts ist unmöglich, aber vieles Machbar. Aber Vorsicht: Wer meint, einen Aussie immer volles Programm und ständige Beschäftigung zu bieten, kann sich durchaus und sehr schnell, einen fordernden Junkie formen.
Dieser Hund möchte beschäftigt werden, sonst sucht er sich durchaus einen Ausgleich und kann „ungemütlich“ werden.
Kinderfreundlich:
Wenn ich dies auf Homepages diverser „Anbieter“ lese, wird mir immer flau im Magen. Der Aussie ist keinesfalls generell Kinderfreundlich ! Oft mit den eigenen Kindern, wenn diese den Hund auch entsprechend als solchen respektieren und behandeln. Mit anderen Kindern kann es schon ein Problem werden, denn hier schlägt oft der Schutztrieb im Aussie durch und sein mehr oder weniger ausgeprägter Kontrollwahn.
Hier gilt unbedingt: Kinder und Hund nie alleine lassen. Die Kinder entsprechend erziehen, denn ein Hund ist kein Spielzeug. Auch sollten Kinder ein gewisses Mindestalter haben – Säuglinge / Krabbelkinder und ein Aussie (gilt auch für alle anderen Rassen) – diese Kombination halte ich für mehr als bedenklich. Die Kinder in einer Familie sollten aus meiner Erfahrung auch mindestens schon gutes Kindergartenalter haben, allein schon aus Verständnisgründen und einer gewissen Standfestigkeit dem Hund gegenüber.
Aggressivität/ Wach- oder Schutztrieb:
Hier berichte ich aus Erfahrungen in meiner Hundeschule. In diesen Themen wird der Aussie wirklich unterschätzt. Beißereien nehmen zu, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass die Rasse in Mode ist und der Bekanntheitsgrad hoch. Der Schutz- und Wachtrieb ist ebenso nicht zu unterschätzen. Aussies können wahre „Bewegungsmelder“ sein und ungewollte Eindringlinge mit einem herzhaften Tackern der Füße o.ä. versuchen zu stoppen.
Bei entsprechendem Leiten eines konsequenten Besitzers lassen sich aber die Aussies auch in diesem Bereich in die gewünschte Richtung lenken.
Leicht erziehbar:
Ja prima ! Noch so ein Argument aus der Abteilung „Vermehrer“ ! Sicher, der Aussie lernt leicht und schnell, aber wie eingangs angemerkt, auch die negativen Dinge. Mit seiner hinterfragenden Art drückt er doch oft auf RESET und von vorne beginnt das Spielchen. Da ist man gerade durch die Welpenzeit und einiges läuft recht gut, schon fängt er an in die Pubertät zu gehen, vieles beginnt von vorne. Natürlich gilt dies auch für die Erwachsenenzeit..................sozusagen eine "never ending Story".
Schlussbemerkung:
Die oben gemachten Angaben beziehen sich auf meine Persönlichen Erfahrungen und stellen ausschließlich meine persönliche Meinung dar – selbst 25 Jahre Hundebesitzer – davon nun schon 13 Jahre Australian Shepherds und Hundetrainerin. Gerade die Probleme denke ich recht gut einschätzen zu können, sind diese doch mein tägliches Brot in meiner Hundeschule.
Fragen Sie mich bloß nicht, wie ich Zusammenfassend die Rasse finde:
Für mich: Ein Traum auf vier Pfoten !!!
Aber überlegen Sie sich gut, ob sie so einen intelligenten und unterschiedlich veranlagten Hund haben wollen. Haben sie keine Bange nach dem Lesen ??? Dann sind sie fast schon auf dem richtigen Weg.
Nun noch ein Züchter, der sie über alles richtig und vor allem ehrlich informiert und dann mit Rat und Tat zur Seite steht.
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Größe: |
Rüde 50,8 cm - 58,5 cm |
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Farben: |
black, blue-merle, red, red-merle |
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Augen: |
braun, blau, bernsteinfarben oder mehrfarbig |
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Schwanz: |
kupiert, lang oder von Natur aus kurz |
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Haar: |
mittellang und pflegeleicht |
Die Geschichte des Australian Shepherds
Die Ursprünge der Rasse liegen aufgrund von fehlenden Aufzeichnungen leider im Dunkeln und es können darüber nur Vermutungen angestellt werden.
Die Geschichte des Australian Shepherds steht in engem Zusammenhang mit der Besiedlung des amerikanischen Westens. Als gegen Ende des 19. und Anfang des 20.
Jahrhunderts tausende von Wollschafen vor allem in den Westen und Nordwesten der heutigen USA importiert wurden, kamen mit den Schafen auch die Schäfer und ihre Hunde mit nach Amerika. Die
Pyrenäenschäferhunde der baskischen Schäfer werden heute als eine der Rassen angesehen, aus denen der heutige Australian Shepherd hervorging, ebenso wie auch andere alteuropäische Hütehunderassen,
die damals zusammen mit den Siedlern in das Land kamen.
Viele tausende Schafe wurden aus Australien in die heutige USA importiert, daher wurden die dazugehörigen Hunde auch "Australian Shepherds" genannt.
Das Leben der Schäfer war hart und ihre Hunde mußten zäh und anpassungsfähig sein, um ihre Aufgaben erfüllen zu
können. Zahlreiche Aussies konnten auch mit Rindern arbeiten, sie waren also ideale Ranchhunde. Die Farmer in den USA sorgten für die Weiterentwicklung und Erhaltung dieser Hütehunde. Der Australian
Shepherd war in den Pionierzeiten der USA aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner Intelligenz ein beliebter Ranchhund, der durch seine Anpassungsfähigkeit und seine Lernfähigkeit bestach. Der
Arbeitswillen dieser Hunde gepaart mit der großen Loyalität gegenüber seinen Menschen machte ihn gleichzeitig zum Freund und Helfer der Farmer. Seine großartigen Hüteleistungen beeindruckten die
Rancher und sie trachteten danach, diese auch zu erhalten. Ähnliche Hunde wurden miteinander gepaart, wobei nicht so sehr auf Aussehen, sondern auf Arbeitseigenschaften und Gesundheit der Hunde Wert
gelegt wurde. Während der fünfziger Jahre begann sich der Typ des Australian Shepherds zu festigen. Vor allem im Westen und Nordwesten der USA begann man zuerst mit der Zucht dieser
Hunderasse.
Durch die Vorführungen Jay Sislers auf Rodeos und anderen Veranstaltungen in den 50er-Jahren wurden die "little
blue dogs" und ihre tollen Tricks populär, das Interesse an diesen Hunden wuchs, und der moderne Aussie begann sich zu entwickeln. Verschiedene Linien entstanden, aus denen dann der moderne
Australian Shepherd hervorging, wie wir ihn heute kennen.
1957 wurde in Arizona der ASCA (Australian Shepherd Club of America) gegründet. Der ASCA übernahm 1971 die Registrierung der Australian Shepherds, die zuvor von der National Stock Dog Registry (NSDR)
geführt wurde. 1974 wurde das Stockdog Programm eingeführt, um die Arbeitseigenschaften des Australian Shepherds zu erhalten und zu fördern. 1977 wurde ein Rassestandard für den Australian Shepherd
bekanntgegeben.
1991 eröffnete der AKC (American Kennel Club) ein Zuchtbuch für den Australian Shepherd und entwickelte 1993 einen eigenen Standard.
Beide Clubs, ASCA und AKC, veranstalten Schönheitswettbewerbe, Gehorsams- und Arbeitsprüfungen, viele Aussies sind
bei beiden amerikanischen Organisationen registriert.
Die Weltorganisation für Hunde aller Rassen, die FCI (Fédération Cynologique Internationale) erkannte den Australian Shepherd 1996 als Rasse in Beobachtung an.
